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Rennen nach Unfall abgebrochen

Ressort Lokalsport Schmalkalden
25.01.2011 09:57

Rennen nach Unfall abgebrochen
Von Rainer Koch

Volkssport Trusetal siegt beim 5. Hornschlittenrennen in Kleinschmalkalden, mit 26 Schlitten Rekordbeteiligung.
Nach dem schweren Unfall des Schlittens “Kleinschmalkalder Hirschhörner” im 2. Durchgang brachen die Organisatoren des WSV Kleinschmalkalden am Samstag ihr 5. Hornschlittenrennen jedoch ab.

Kleinschmalkalden – Der älteste Fahrer des Feldes Georg Cramer (71) erlitt schwerste Bruchverletzungen und wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, ein weiteres verletztes Besatzungsmitglied wurde mit dem Krankenwagen abtransportiert. Als Sieger des Rennens ging der Vorjahreszweite und schnellste Schlitten des 1. Durchganges Volkssport Trusetal hervor, der das Rennen bereits bei der Premiere 2009 gewonnen hatte.

Bis zu dem tragischen Moment hatte alles gepasst. Die Kleinschmalkalder hatten zu Wochenbeginn mit viel Unterstützung mehrerer Firmen und nahezu aller Hornschlittenbesatzungen der Region in aufwändiger Arbeit die bereits im Dezember flott gemachte Piste am Schartekopf neu präpariert.Sie musste allerdings im steilen Startbereich um etwa 200 Meter verkürzt werden und war so noch 900 m lang.Erste Bestätigung für diesen grandiosen Einsatz gab es am Vorabend des Renntages bei der Auslosung.Da war klar, dass 26 Schlitten an den Start gehen würden – zehn mehr als im Vorjahr. Darunter neben den Stammgästen Altenburger Böckchen erstmals zwei Frauenteams aus Brotterode, neue Besatzungen aus der hiesigen Hornschlittenregion, aus Ruhla und – eine echte Premiere – aus Gumpelstadt, die nach eigenem Bekunden nach dem Zuschauen im Vorjahr in Brotterode “das Fieber voll gepackt” hat. Besonders gespannt war man aber auf den Auftritt der zwei Schlitten aus Benediktbeuern und der “Vögelfreunde Oache Sticht” aus Kochel am See, den Seriensiegern der offenen bayerischen Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen. Der Renntag selbst konnte besser nicht beginnen.
Die Verhältnisse ließen am Vormittag Trainingsläufe zu. Bereits um die Mittagszeit setzte der Ansturm der Fans ein, von denen schließlich weit mehr als tausend gezählt wurden.

Allein etwa 600 Pkw nutzten nach Aussagen der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes, die sich ebenso wie DRK und weitere Helfer wie auch die Gemeinde ein Dankeschön verdient hatten, die hergerichteten Parkplätze.
Bereits mit Startnummer 4 stand der erste Favorit “Volkssport Trusetal” bereit. Als Ralf Messerschmidt, Steffen Schmauch, Thomas Klinger und Torsten Wolf die Scharte in Ideallinie aerodynamisch-ästhetisch hinabrauschten, war jedem klar, dass man hier eine Superfahrt sah, was der Sprecher wenige Sekunden später bestätigte: Topzeit mit 50,48 sec.

Noch aber standen 22 Schlitten oben. Es entwickelte sich ein spannendes Rennen, und das an allen Positionen, vorne, in der Mitte, hinten. Bereits wenig später kamen die “Wallenburger”, denen die Strecke zu liegen scheint (4. 2010, 5. 2009) mit 54,79 recht nah an die Zeit der Volkssportler heran. Als nächstes wurden die Brotteröder Snowfighter aufgerufen, die ihrem Namen alle Ehre machten. In waghalsiger Manier blieben sie aber drei Sekunden hinter den Wallenburgern zurück. Auch die Holzwürmer aus Kleinschmalkalden um Mitorganisator Klaus Rassbach unterboten Ralf Baumhämmels Snowfighter. Etwas später kämpfte er sich hinab, der Fuchs vom Schartekopf, der Sieger vom Vorjahr Eduard “Ede” Fuchs mit seiner Crew Inselsbergexpreß. Er erreichte die Zeit der Volkssportler nicht ganz, setzte sich aber in hervorragenden 52,87 auf Rang zwei. Die Auslosung hatte es so gewollt, dass die “Vögelfreunde…” als Vorletzte das Rennen aufnahmen. Die Mannen um Toni Suttner bestätigten ihren Ruf, legten eine ebenso saubere wie sauschnelle Fuhre hin, blieben aber 38 Hundertstel hinter Ede Fuchs und waren damit durchaus zufrieden wie generell äußerst angetan von der Strecke und der Gastfreundschaft in Thüringen.
Dieser knappe Einlauf war in der Rennpause Anlass zu viel Gesprächsstoff unter den Besatzungen, schließlich war vieles noch möglich.
Besorgt wurden aber schon da die teils viele Zentimeter tiefen tückischen Spurrinnen angesprochen, die die bisherigen Fuhren der schweren Schlitten in der Strecke verursacht hatten. Eine deren gefährlichste, weil tiefste und längste, etwa 100 Meter vor dem Ziel, hatte bereits im 1. Durchgang die Brotteröder Flachmänner und die Christensteiner Buam aus Coburg stürzen lassen, weitere Schlitten kamen mit einem Bandentouch gerade noch davon. Eben dort passierte dann in Durchgang zwei der Unfall der Hirschhörner, die als 7. (in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung) gestartet waren.

Deren Pilot Georg Cramer, 2004 Mitbegründer und Urgestein der Kleinschmalkalder Sektion, strebt den Guiness-Rekord als ältester aktiver Rennfahrer an, den bislang ein 73-jähriger Bayer hält. Als es seinen Schlitten, der dabei in der Mitte durchtrennt wurde, in die Bande trieb, und außer ihm ein weiteres Mannschaftsmitglied schwer verletzt wurde, war das Entsetzen groß und die weitere Renndurchführung unmöglich geworden. Bei der medizinischen Erstversorgung der Verletzten bewährte sich wie schon in der Vorbereitungsphase erneut die große Hornschlittenfamilie der Region, die sich nun auf das nächste Rennen am 12. Februar in Brotterode vorbereitet.

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