Hornschlitten.eu

Pressebericht Rainer Koch

Erschienen am 31.01.2009 00:00
Hornschlittenrennen
Da staunten sie nicht schlecht, die Bajuwaren „Volkssport“ Trusetal mit bisher bester Leistung in Garmisch-Partenkirchen
Von Rainer Koch

Trusetal – Der bisher größte Triumph des
aus der Trusetaler Werkstatt und seiner vierköpfigen Besatzung ist erst wenige Tage alt. Beim 40. Rennen um die internationale bayerische Meisterschaft in Garmisch-Partenkirchen – europaweit das bedeutendste Rennen – schaffte der Schlitten „Volkssport Trusetal“, auf dem Ralf Messerschmidt, Steffen Schmauch und Thomas Klinger sitzen (der Anschieber Torsten Wolf steht hinten auf den Kufen), außergewöhnliches. Platz drei!

„Eigentlich müssten wir jetzt aufhören. Eine bessere Platzierung ist schlecht möglich“, sinniert Ralf Messerschmidt in der Werkstatt der Familientischlerei, die linke Hand auf einem Schlitten. Rechts von ihm ein Schlitten, hinter ihm festgeschraubt mehrere Lagen gebogene und verleimte Eschenholzbrettchen. Das gibt die Kufen für den nächsten Schlitten. Im Bau von Hörnerschlitten Werdenfelser Bauart, wie die Bergbauern sie früher zum Transport von Holz und Heu hinab ins Tal benutzten, kennt sich der Tischlermeister aus Trusetal inzwischen bestens aus. Er tüftelt ständig an Verbesserungen. Die beiden Boliden links und rechts von ihm – seine besten – gibt er nicht her. Mit den anderen, die er auf Bestellung baut, hilft er, den Sport mit Gaudicharakter zu verbreiten, verschafft sich und seinem Team aber auch neue Konkurrenten.

Das Stockerl in Garmisch war bisher stets Bayern, vielleicht mal einem Schwaben oder Baden vorbehalten. Nun kamen Thüringer daher und fuhren die drittbeste Zeit auf der Wahnsinnsstrecke, auf der Geschwindigkeiten von 89, 90 km/h möglich sind – eine Majestätsbeleidigung! Mit stetigen Verbesserungen deuteten die Trusetaler ihren Willen an, weiter vorn zu landen: 54. – 25. – 17. – 11. – 10. ist der Reigen ihrer bisherigen Platzierungen.

Die Anfänge der Hornschlitten-Rennen hierzulande findet man im benachbarten Seligenthal. Dort war es der Kirmesverein, der um die Jahrtausendwende 99/00 auf die Idee kam, Hörnerschlittenrennen durchzuführen. Wie in den Alpen sollte es sein, Spaß sollte es machen. Es wurde mehr, wurde zur absoluten Attraktion. 2003, beim vierten Mal, rutschten auch Ralf Messerschmidt und andere Trusetaler in Seligenthal erstmals den Berg hinab. Erstmals waren da auch „echte“ Hörnerschlitten aus Schmölln dabei, mit Andreas Trautvetter dem Präsidenten des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes. Man unterhielt sich, nahm diese Schlitten ins Visier. Ralf Messerschmidt beschloss, selbst einen zu bauen. Das war im Februar 2003. Tage, Wochen, Monate gingen ins Land, das zur Premiere angepeilte Rennen am 6. Januar 2004 in Garmisch-Partenkirchen nahte. Weihnachten in Sicht, ein Schlitten – nicht. Die Kumpels fragten nach. Da stellte Messerschmidt sich in die Familienwerkstatt, tischlerte innerhalb weniger Tage den ersten Trusetaler Hornschlitten Werdenfelser Bauart zusammen. Am 4. Januar war er startbereit, am 5. Januar ging es auf die Reise in die Alpen, am 6. Januar wurde gestartet – damals noch mit Michele Pepe und dem kräftigen, schnellen ehemaligen Leistungssportler Thomas Klinger als Anschieber. Michele ist in seine italienische Heimat zurückgekehrt, seinen Platz nahm Steffen Schmauch ein. „Und der Thomas hat einen Schonplatz erhalten, wie wir sagen“, lacht Ralf Messerschmidt. Ein Nasenbruch in Garmisch 2006 (Klinger richtet kurz die Nase, fährt trotzdem weiter), ein Muskelfaserriss wenig später in Kleinschmalkalden veranlasste endgültig die Umbesetzung, jetzt schiebt Torsten Wolf an.

Verrückt, ein bisschen wenigstens, muss man schon sein, um diesen rasanten Sport zu betreiben, bei dem Stürze, blaue Flecken, Hautabschürfungen immer mal drin sind. Auf ihrer Website haben die Volkssportler nicht nur ihre Platzierungen, nein, auch ihre Verletzungen und die Blessuren an den Schlitten fein säuberlich notiert.

Aber Garmisch-Partenkirchen bleibt für sie vom Spektakel her das Nonplusultra. Die Bedingungen in diesem Jahr waren schwierig und wurden stetig schlechter. Die Strecke war mit Kunstschnee von der Schanze belegt, der weich wurde, darunter Eisplatten. Da galt es höllisch aufzupassen. Mit der Erfahrung von inzwischen sechs Teilnahmen, dem neuen Schlitten und mit der passablen Startnummer 53 schafften es die Trusetaler aufs Stockerl und sorgten mit einem angeblichen Protest für Verblüffung. Eine Unstimmigkeit bei der Startnummernvergabe für einen der härtesten Konkurrenten stieß Thomas Klinger sauer auf, der darob die Jury befragte – das wurde bei der abendlichen Siegerehrung mit Bayernhymne, Bayernfahne öffentlich verkündet und diskutiert – „geklatscht haben aber die Bayern selbst, nicht wir Thüringer, denn die sind in den Dörfern untereinander auch wie Hund und Katze“, meint Messerschmidt verschmitzt.

Die Konzentration gilt nun den Rennen daheim. Längst hat sich der Hörnerschlittensport in der Gegend etabliert. Den Seligenthalern, die 2002 sogar den „1. Thüringer Hörnerschlittenverein“ gründeten, und Trusetalern folgten die Kleinschmalkalder und die Brotteröder, seit neuestem ist auch Winterstein mit von der Partie. Alles in allem dürften es inzwischen mehr als ein dutzend Schlittenbesatzungen sein, die heute den Thüringer Auftakt mit dem Rennen in Kleinschmalkalden vollziehen.

Der Saisonhöhepunkt wird am 7. März in Oberwiesenthal am Fichtelberg sein. „Die Strecke dort ist sehr schneesicher, sportlich anspruchsvoller als die in Garmisch-Partenkirchen. Und die Konkurrenz hart“, sagt Ralf Messerschmidt, der dort mit seiner Crew für Garmisch trainierte und 2006 Zweiter wurde.

Zu Hause in der Werkstatt nimmt derweil ein neuer Schlitten Gestalt an. Ist der nicht zu klein? „Der ist für den Nachwuchs bestimmt“, lächeln Ralf und seine Schwester, „die sehen uns fahren und wollen das selbst nun auch“. Die neue Generation sitzt in den Startlöchern – der Hörnerschlittensport, er hat Zukunft.

Pressebericht Bayernkurier

bayernkurier

Aktuelle Ausgabe: Jahrgang 60, Nr. 03, 17. Januar 2009

Auf die Hörner

Garmisch-Partenkirchen feierte 2009 ein besonderes Jubiläum: Zum 40. Mal wurden am Dreikönigstag die Bayerischen Meisterschaften im Hornschlitten rennen ausgetragen. 111 Schlitten – teilweise über 60 Jahre alt – mit jeweils 4 Mann Besatzung nahmen angefeuert von 7000 Besuchern am waghalsigen Rennen an der Part nachalm teil. Auf den 1,2 Kilometern erreichten die Schlitten bis zu 90 km/h. Die Hornschlitten waren ursprünglich Arbeitsgeräte der Bergbauern, um Heu und geschlagenes Holz ins Tal zu transportieren. Die Sieger kamen in diesem Jahr vom Kochelsee: „Oache Sticht“ gewannen den bayerischen Meistertitel im Hornschlittenrennen vor dem Team „Pfuit’ Jörgl“ aus Grainau und „Volkssport Trusetal“ aus Thüringen. Bei den Damen – erst ab 2003 zugelassen – verteidigten die „Waxlstoana Berggamsn“ ihren Titel vor den „D’Werdenfelser Schneehasen“ und „De wuidn Möählan“.

Pressebericht STZ

Zum ersten Mal auf dem Podest

Hörnerschlittenrennen Garmisch-Partenkirchen
Mit Platz drei gelang dem Hornschlitten „Volkssport Trusetal“ mit Ralf Messerschmidt, Steffen Schmauch,Thomas Klinger und Torsten Wolf bei der 6. Teilnahme am Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen zum ersten Mal ein Platz auf dem Stockerl.

Zum zweiten Rang („Pfuit’ Jörgl“) fehlten zudem nur winzige 66 Hundertstelsekunden, als schnell und dominant hingegen erwiesen sich unter den knapp 100 gestarteten Schlitten die siegreichen „Vögelfreunde ,Oache Sticht“ vom Kochelsee“, die im Vorjahr Platz vier, 2007 den dritten Rang belegt hatten.
Erstmals überhaupt in der 40-jährigen Geschichte des stets am Dreikönigstag (6. Januar) veranstalteten Rennens im Mekka des Hornschlittensports drang ein thüringischer Schlitten in die Phalanx der Bayern und Badenser ein. Die bisher beste Platzierung für einen nichtbayerischen/nichtbadensischen Schlitten war der vierte Platz für den Schmöllner Mutzbratenexpress vor zwei Jahren, der diesmal auf den 8. Platz kam.

Noch davor fuhr der zweite Trusetaler Schlitten „Thüringer Jägermeister“ mit Mario Simon, Torsten Reukauf, Dieter Wolf und Matthias Gennerich auf den ebenfalls hervorragenden Platz 6. Bei ihren sechs Starts konnten sich die Trusetaler Volkssportler um den Tischler und Schlittenbauer Ralf Messerschmidt stetig verbessern und waren bereits 2007 (11.) und 2008 (10.) in der Nähe der Spitzenplätze. Insgesamt starteten in diesem Jahr zehn Schlitten aus Trusetal, Brotterode und Kleinschmalkalden. Die besten Brotteröder (Inselberg Express) fuhren auf Platz 15, die Kleinschmalkalder Tunnelrenner auf den 45. Rang.
Die Saison in der Heimatregion soll am 30./31. Januar mit dem Rennen auf der neu gestalteten Kleinschmalkalder Strecke „Am Scharte Kopf“ beginnen, bevor Brotterode am 7. Februar auf die ebenfalls neue Strecke „Am Seimberg“ einlädt. Die Seligenthäler Pioniere des Hornschlittenrennsports wollen kurzfristig nach Wetterlage ebenfalls im Februar ein Rennen austragen, bevor die Saison am 7. März auf der anspuchsvollsten Strecke der neuen Bundesländer in Oberwiesenthal endet. hrk STZ Erschienen am 09.01.2009 00:00

Pressebericht Eike Kellermann

Mit den Frauen ist besser Schlittenfahren
Erschienen im Ressort Thüringen am 15.11.2007 00:00

Warum die Thüringer so begeistert auf das Rodeln abfahren aus Tradition und weil hier die Wiege dieser Sportart stand Mit den Frauen ist besser Schlittenfahren Bahnwart Wilko Jäger am Start der Ilmenauer Rodelbahn: Das ist eine Sportart, wo man erstmal schubsen muss. Aber wer Blut geleckt hat, kommt nicht mehr los.

Die Nase von Anschieber Thomas überstand bereits das Training nicht. Der ehemalige Biathlet legte sich vor zwei Jahren beim Hörnerschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen derart ins Zeug, dass ihm eine Kipfe des Schlittens mitten ins Gesicht fuhr. Im Ziel diagnostizierte er: Nasenbeinbruch. Aber Thüringer sind hart im Nehmen.
Mit einem kräftigen Ruck renkte er die Sache selbst wieder ein. Nur seiner Frau sollten wir Kameraden vom Team Volkssport Trusetal’ besser nichts erzählen. Sonst könnte es Ärger geben.

So oft Teamchef Ralf Messerschmidt die Geschichte schon zum Besten gegeben haben mag: Ein wenig staunt er selbst noch immer über die Verwegenheit seiner Truppe. Mit Hörnerschlitten wurden in den Alpen und in den Mittelgebirgen traditionell Holz und Heu ins Tal transportiert.

Nun sind sie auf dem besten Weg zur Gaudi-Sportart. Und überall, wo es rutschig wird, sind Thüringer mit Vorliebe dabei ob mit dem Hörnerschlitten, einem Hochleistungs-Rennrodel, bäuchlings beim Skeleton oder mit dem einfachen Ding, das der Volksmund zumindest nördlich des Rennsteigs Käsehitsche nennt.
Höchst angenehm ist für die Jugend das Schlittenfahren überhaupt, aber ganz besonders von einer Anhöhe herab,bemerkte schon vor mehr als 200 Jahren Johann Christoph Friedrich GutsMuths, der Namensgeber des Rennsteiglaufs.

Mit Spezial-Kufen Jan Knapp vom Wintersportmuseum: Der Rennschlittensport wurde nicht in den Alpen, sondern in den Mittelgebirgen erfunden. Das ist alles gar nicht ohne, gibt Ralf Messerschmidts Mutter Christina zu bedenken und denkt an die Spitzengeschwindigkeit von 95 Stundenkilometern. Doch ihr Sohn, der in der Familien-Tischlerei in Trusetal mitarbeitet, werkelt bereits an der nächsten Modellgeneration seines Hörnerschlittens.
So sollen Spezial-Kufen bei ihrem fünften Start in Garmisch-Partenkirchen zum Einsatz kommen, gut geschliffen,damit der Bolide nicht wieder die Bande rasiert. Wie üblich verwendet er Esche für die Böcke, das Sitzbrett, die Holme und die beiden Kipfe zum Abschieben, mit denen Teamkamerad Thomas so unangenehmen Kontakt hatte.
Spätestens kurz vor dem Dreikönigstag am 6. Januar, dem nächsten Termin der Alpen-Gaudi, muss der Schlitten fertig sein. Gibt es in diesem Jahr endlich wieder ausreichend Schnee, dann könnte er bei Rennen in Brotterode, Seligenthal und Kleinschmalkalden eingesetzt werde.
Erfolgreiche Teams gibt es längst auch im Flachland, etwa in Leipzig oder in Schmölln. Die
anspruchsvollste Strecke, sagt Ralf Messerschmidt, ist die in Oberwiesenthal.
Da ist der Start direkt auf dem Fichtelberg, wo eigentlich immer Schnee liegt. Für mich steht sie sportlich an erster Stelle.
Wo der Tischlermeister im Wettstreit mit den deutschen Hörnerschlitten-Athleten hin will, nämlich noch näher an die Spitze, da ist Dieter Fischer bereits. Sein Unternehmen KHW in Geschwenda bei Ilmenau sieht sich selbst als weltweiter Marktführer bei der Produktion von Rodeln aus Kunststoff. 430 000 Stück wurden im vergangenen Jahr produziert. Mit einem Exportanteil von 65 Prozent, ständig bemüht um Innovationen und verfolgt von Produktpiraten zieht das Unternehmen seine Spur, in die es erst 1994 gegangen ist. Hat der Erfolg etwas mit einer besonderen Affinität der Thüringer für das Rodeln zu tun?
Das ist ein fruchtbarer Boden hier, lobt Fischer. Schließlich sind wir eine Hochburg des Wintersports, da passt das Umfeld einfach für unseren Betrieb.
Zum Umfeld gehört etwa Rodel-Olympiasieger Hans Rinn, der für KHW die Prototypen baut und testet.Er hat im nahen Ilmenau seine Firma. Hier fädelt sich am Stadtrand die 460 Meter lange
Rennschlittenbahn Wolfram Fiedler entlang. Die Glasfieber-Bahn brettert Rinn noch immer nicht eben
langsamer als seine Nachfolger hinunter. Voller Respekt spricht Bahnwart Wilko Jäger von dem früheren Leistungssportler, der ihm ohne viel Aufhebens auch mal Tipps für seine Schlitten gibt.
Die Ilmenauer Bahn kann mit Rodeln auf Rädern ganzjährig befahren werden. Vor allem im Sommer
trainieren hier Thüringer Spitzenrodler, die nach Experten-Schätzung inzwischen mehr als 100 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen eingesammelt haben. Vom Gästestart fahren in Ilmenau Schulklassen, Studenten oder Touristen. Für die Ängstlichen hat Jäger den Weicheistart in Kurve 5 kreiert. Er weiß aus langjähriger Beobachtung: Das ist eine Sportart, wo man erstmal schubsen muss. Aber wer Blut geleckt hat, kommt nicht mehr los.

Ein Adrenalin-Schub
Die ängstliche MDR-Reporterin etwa, die hier am Jahresanfang die Sendung Unterwegs in Thüringen
drehte, konnte am Ende gar nicht genug von dem Adrenalin-Schub bei 30 Stundenkilometern bekommen.
So flach auf dem Schlitten ist das gefühlt fast doppelt so schnell, sagt der Bahnwart. Er hat noch eine
bemerkenswerte Beobachtung bei den Amateur-Rasern gemacht. Frauen können das meist besser als Männer. Die liegen einfach auf dem Schlitten, schließen die Augen und machen gar nichts.
Der Schlitten bleibt von allein in der Bahn. Männer dagegen wollen lenken und das geht meistens schief. Mit Frauen ist demnach gut Schlittenfahren. Das ist in Thüringen ganz einfach eine Tradition, meint Bahnwart Jäger über das ungebrochene Interesse. Eine Tradition, die 1913 mit der ersten deutschen Meisterschaft im Rennrodeln in Ilmenau begann.
Daneben gelten Oberhof und Friedrichroda als Wiege des Rennschlittensports. Der wurde nicht etwa in den Alpen erfunden, sondern in den Mittelgebirgen, sagt Jan Knapp, Leiter des Thüringer
Wintersportmuseums in Oberhof. Die kommende Rennrodel-WM, die mittlerweile dritte auf der 1971 eingeweihten Oberhofer Kunsteisbahn, begleitet sein Museum mit einer Ausstellung zur Kulturgeschichte des Schlittens.
Der Schlitten gilt als das älteste Transportmittel der Welt. Auf seinen Ur-Formen wurden
etwa beim Pyramidenbau Steinquader über den ägyptischen Sand gezogen. Kein Wunder, dass
KHW-Chef Fischer auch schon mit Sand-Rodeln experimentiert hat. Doch hier musste selbst sein
innovationsfreudiges Unternehmen, das etwa zu Stefan Raabs Wok-WM den Schnee-Wok für den
Alltagsgebrauch entwickelt hat, kapitulieren. Das richtige war es nicht. Außerdem gäbe es nicht genügend Kunden, sagt Fischer. Jetzt will er wenigstens einige seiner Produkte wie Snow Tiger oder Snow Rocket nach Dubai liefern, weil das Wüstenemirat gerade eine Eishalle mit Schneehang baut.
In Thüringen hofft man, dass Kälte und Schnee weiter auf natürliche Art die Grundlage für Sport und
Tourismus bilden. Das Umfeld stimmt. Verkehrsminister Andreas Trautvetter, der als Andi T. mit dem Rennsteig-Lied die Hitparade stürmte, ist Präsident des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbands. Der offiziellen WM-Song stammt von einer jungen Band aus Oberhof, die wiederum selbst Rennrodler an den Instrumenten hat. Thüringen ist tatsächlich rodelverrückter als andere Bundesländer, meint der Organisations-Chef der WM, Bernd Rossmann.
Nun will er aus dem Rodeln eine so bekannte Sportart machen, wie es das Biathlon bereits ist.
Sein Versprechen: Das wird eine WM, wie wir sie noch nie hatten.

Quelle
Von Redaktionsmitglied Eike Kellermann

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